Mit der Rückkehr in den Alltag stellen sich häufig Fragen: Wann darf ich wieder Auto fahren? Kann ich verreisen oder irgendwann wieder einen längeren Urlaub planen?

Nach einer Aortendissektion und einer großen Operation braucht der Körper Zeit, um sich zu erholen. Auch die Belastbarkeit kann sich verändern. Hier findest du erste Orientierung und praktische Tipps für deinen Alltag und die spätere Reiseplanung.



Autofahren

Nach einer Aortendissektion und einer Operation solltest du erst wieder selbst Auto fahren, wenn du dafür körperlich ausreichend belastbar bist und dein behandelndes Ärzteteam grünes Licht gegeben hat. Die Heilung des Brustbeins, deine Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit sowie mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten spielen dabei eine wichtige Rolle.

Ein weiches Gurtpolster oder ein gefaltetes weiches Tuch kann helfen, den Druck des Sicherheitsgurts auf eine empfindliche Narbe zu reduzieren. Achte dabei immer darauf, dass der Sicherheitsgurt korrekt anliegt und seine Schutzfunktion erhalten bleibt.


Reisen und Urlaub

Auch die Rückkehr zum Reisen braucht manchmal Zeit. Wann eine Reise möglich ist, hängt unter anderem vom Heilungsverlauf, deinem Gesundheitszustand und der Art der Reise ab. Besprich längere Reisen und insbesondere Flugreisen deshalb rechtzeitig mit deinem Behandlungsteam.

Plane zunächst lieber kürzere Ausflüge und ausreichend Pausen ein. Mit zunehmender Erholung und einer passenden Vorbereitung können auch längere Reisen wieder möglich werden. Entscheidend ist, dass du deine persönlichen Grenzen berücksichtigst und dir die Zeit gibst, die du brauchst.


Deine Reise gut vorbereiten: 6 hilfreiche Themen


1. Reisen nach einer Aortendissektion – ist das möglich?

Eine Aortendissektion bedeutet nicht automatisch, dass Reisen für immer ausgeschlossen ist. Wann und in welchem Umfang eine Reise möglich ist, hängt unter anderem vom Heilungsverlauf, deinem Gesundheitszustand und möglichen Begleiterkrankungen ab.

Du darfst wieder Pläne machen. Eine individuelle ärztliche Einschätzung und eine gute Vorbereitung helfen dir dabei, herauszufinden, was für dich möglich ist.


2. Gut vorbereitet unterwegs

Eine gute Vorbereitung kann dir Sicherheit geben. Diese Dinge können vor einer Reise wichtig sein:

  • Ärztliche Rücksprache vor längeren Reisen oder Flugreisen
  • Medikamente in ausreichender Menge und möglichst im Handgepäck
  • Medikamentenplan, Arztbrief und gegebenenfalls Implantatausweis
  • Prüfung des Krankenversicherungsschutzes und der medizinischen Versorgung am Reiseziel
  • Ausreichend Pausen und eine realistische Reiseplanung


3. Flugreisen, Bahn und Auto

Je nach Reiseart gibt es unterschiedliche Dinge zu beachten. Bei längeren Autofahrten oder Bahnreisen können regelmäßige Bewegungspausen und ausreichend Zeit für Erholung hilfreich sein. Bei Flugreisen sollten unter anderem der Zeitpunkt nach der Operation, die individuelle Belastbarkeit und mögliche medizinische Besonderheiten berücksichtigt werden.

Auch Hitze, langes Sitzen und die Organisation deiner Medikamente können eine Rolle spielen. Welche Vorkehrungen für dich sinnvoll sind, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Kläre medizinische Fragen deshalb rechtzeitig mit deinem Behandlungsteam.


4. Sicher im Ausland

Was passiert, wenn du im Urlaub medizinische Hilfe benötigst?

Informiere dich vor der Reise über deinen Krankenversicherungsschutz, insbesondere bei Reisen ins Ausland. Prüfe, ob eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung sinnvoll ist und ob Vorerkrankungen beziehungsweise die Folgen deiner Aortendissektion vom Versicherungsschutz erfasst sind.

Es ist außerdem hilfreich, wichtige medizinische Unterlagen und eine aktuelle Medikamentenliste mitzuführen. Informiere dich über die örtlichen Notrufnummern und über medizinische Anlaufstellen am Reiseziel.


5. Reisen mit mehr Gelassenheit

Nicht alles muss perfekt geplant sein. Auch deine eigenen Bedürfnisse dürfen im Mittelpunkt stehen.

Kürzere Etappen, Ruhetage, flexible Aktivitäten und ausreichend Zeit für Pausen können helfen, die Reise an deine persönliche Belastbarkeit anzupassen. Erlaube dir, Pläne zu ändern, wenn dir etwas zu viel wird.

Du musst nicht alles schaffen, was du dir vorgenommen hast. Eine schöne Reise darf auch ruhig und erholsam sein.


6. Unsichtbare Einschränkungen und das Sunflower-Schlüsselband

Nicht jede Einschränkung ist von außen erkennbar. Nach einer schweren Erkrankung oder Operation können beispielsweise Erschöpfung und eine verminderte Belastbarkeit den Alltag erschweren, ohne dass andere Menschen das sehen.

Das Sonnenblumen-Schlüsselband ist ein freiwilliges Erkennungszeichen für Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen oder Erkrankungen. Es signalisiert, dass etwas mehr Zeit, Geduld, Verständnis oder Unterstützung hilfreich sein könnte.

An Flughäfen, Bahnhöfen, in Geschäften und anderen teilnehmenden Einrichtungen kann das Symbol dabei helfen, auf einen möglichen Unterstützungsbedarf aufmerksam zu machen. Es wird allerdings nicht überall erkannt oder anerkannt und garantiert keine besondere Unterstützung.

Du brauchst auf deiner Reise zusätzliche Hilfe? An vielen Flughäfen und bei Bahnreisen kannst du Unterstützung im Voraus anmelden – beispielsweise beim Ein-, Aus- oder Umsteigen oder bei längeren Wegen. Informiere dich möglichst früh beim jeweiligen Anbieter über die verfügbaren Hilfen und die Anmeldung. 

Du musst nicht jedem erklären, was du erlebt hast. Aber du darfst Unterstützung annehmen, wenn du sie brauchst.



Quellen: Deutsches Herzzentrum der Charité - Leben nach einer Aortenoperation • Sunflower-Schlüsselband https://hdsunflower.com/de/


Unsere Texte wurden mit viel Sorgfalt für Menschen mit Aortendissektion und ihre Angehörigen erstellt. Bitte verwendet oder veröffentlicht sie nicht ohne vorherige Zustimmung der AD-Selbsthilfe.