
Bluthochdruck wird oft als "stille Gefahr" bezeichnet. Und das aus gutem Grund: Viele Menschen haben über lange Zeit keine Beschwerden und fühlen sich vollkommen gesund. Trotzdem kann ein dauerhaft erhöhter Blutdruck den Körper belasten und über Jahre Schäden an Herz, Gehirn, Nieren und Blutgefäßen begünstigen.
Warum ist Bluthochdruck so gefährlich?
Unser Blutdruck ist nicht immer gleich. Er verändert sich beispielsweise bei körperlicher Anstrengung, Stress oder Aufregung. Problematisch wird es, wenn der Blutdruck dauerhaft oder wiederholt erhöht ist.
Das Tückische: Bluthochdruck verursacht häufig zunächst keine spürbaren Beschwerden. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Blutdruckwerte zu kennen und regelmäßig kontrollieren zu lassen.
Wie häufig ist Bluthochdruck?
Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Mehr als 20 Millionen Menschen sind betroffen, also ungefähr jeder dritte Erwachsene. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich an, besonders bei Frauen in der Menopause.

Welche Blutdruckwerte gelten als normal?
Die individuellen Zielwerte können abhängig von Alter, Vorerkrankungen und persönlichem Risiko unterschiedlich sein. Sie sollten deshalb mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin besprochen werden.
unter 120/80 mmHg optimal
ab 130/85 mmHg normal
ab 140/90 mmHg Bluthochdruck (Hypertonie)
ab 160/100 mmHg Hypertonie Grad 2
ab 180/110 mmHg Hypertonie Grad 3
Die Einordnung richtet sich nach dem jeweils höheren Wert. Einzelne Messungen reichen jedoch normalerweise nicht aus, um einen Bluthochdruck festzustellen. Wiederholte Messungen zu Hause oder eine Langzeitmessung können bei der Beurteilung helfen.
Welche Beschwerden kann Bluthochdruck verursachen?
Viele Menschen haben gar keine Beschwerden. Mögliche, unspezifische Beschwerden können unter anderem sein:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Ohrgeräusche
- Herzklopfen
- Kurzatmigkeit
- gelegentlich Nasenbluten
Welche Folgen kann dauerhaft hoher Blutdruck haben?
Bluthochdruck über eine längere Zeit kann das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen, unter anderem für:
❤️ Herzinfarkt
🧠 Schlaganfall
🫀 Herzschwäche
🩺 Nierenschäden bis hin zu Nierenversagen
👁️ Schäden an der Netzhaut
🩸 Schäden an Blutgefäßen
Besonders wichtig bei Gefäßerkrankungen
Für Menschen mit einer Erkrankung der Aorta oder anderer Blutgefäße ist ein gut eingestellter Blutdruck besonders wichtig.
Dauerhaft hoher Blutdruck führt zu einer höheren Belastung der Gefäßwand und kann ein Risikofaktor für Aneurysmen und Aortendissektionen sein.
Welcher Blutdruck für dich persönlich optimal ist,
sollte mit deinem behandelnden Arzt festgelegt werden.
Kenne deine Werte
Ein Blutdruckmessgerät kann keine Diagnose ersetzen. Es kann aber dabei helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin richtig einzuordnen. Kenne deine Werte. Und sprich darüber, wenn sie wiederholt zu hoch sind.
Unser Hinweis
Wir sind eine Selbsthilfegruppe und keine medizinische Beratungsstelle. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.
Quellen:
Deutsche Hochdruckliga – Informationen zu Bluthochdruck und aktuellen Leitlinien
Deutsche Herzstiftung – Informationen zu Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Robert Koch-Institut – Informationen zur Häufigkeit von Bluthochdruck in Deutschland
